Aktuelles und Termine

Veranstaltungshinweis:

Landestheater Schwaben:

Nebel im August

(Der Fall Ernst Lossa vor Gericht)

Dokumentarstück von John von Düffel nach der Romanbiografie von Robert Domes

Uraufführung

Inszenierung: Kathrin Mädler - Bühne und Kostüme: Ulrich Leitner - Dramaturgie: Miriam Grossmann

 

Besetzung: Elisabeth Hütter - Reginal Vogel - Georg Grohmann - Jan Arne Looss - Jens Schnarre - André Stuchlik

 

NEBEL IM AUGUST erzählt in der Montage einst vergessener Prozessakten, Zeugenaussagen und Berichte von dem heute noch viel zu wenig beachteten Euthanasie-Kapitel während des Nationalsozialismus. Eindringlich und exemplarisch nähern sich die Erinnerungen dabei auch der Geschichte des jenischen Jungen Ernst Lossa. Grob abgestempelt als „Zigeunersohn“ geriet er in die grausame Maschinerie gegen „unwertes Leben“.

Für diese Uraufführung verarbeitete der preisgekrönte Dramatiker John von Düffel umfassende Recherchen des Journalisten Robert Domes und Teile dessen gleichnamigen berührenden Jugendromans.

Augsburg, am 2. August 1949: Auf der Anklagebank ergreift der ehemalige Anstaltsleiter aus Kaufbeuren Dr. Faltlhauser das Wort. Er verteidigt Haltung und Beweggründe, die grausige Normalität des ‚Alltags’ in der Anstalt. An den Bruchlinien der historischen Dokumente und Erinnerungen taucht das Ensemble ein in die Vergangenheit, ohne das Heute zu verlieren. Sprache und Logik der psychiatrischen Gutachten und die Szenen um Ernst Lossa machen die Zurichtung spürbar, die ein gesunder Mensch in einem gestörten System erfährt. Abgestempelt als das eines „triebhaften Psychopathen“ wird Ernst Lossas Leben nach knapp 15 Jahren mittels einer tödlichen Injektion durch Anstaltsmitarbeiter beendet.

Berührend aber auch investigativ stellt sich NEBEL IM AUGUST den Widersprüchen, Irrationalitäten und der Logistik dieses Euthanasie-Kapitels deutscher Geschichte. Das Stück stellt Fragen nach den Ängsten vor dem Fremden, Vielfältigen, Unangepassten. Kinderheime in Augsburg, dann psychiatrische Anstalten in Markt Indersdorf, Kaufbeuren und Irsee: die letzten Stationen von Ernst Lossas Leben zeigen, wie sehr seine Geschichte auch ein Teil schwäbischer Vergangenheit ist.

 

In Kooperation mit dem Bildungswerk Irsee.

Bitte beachten Sie unser Begleitprogramm zu NEBEL IM AUGUST im März und April unter Termine.

 

Aufführungsdauer: ca. 2h, keine Pause

 

Altersempfehlung: 15+

 

★ Schulmaterial

Pressestimmen

„Fazit: Grau in grau, aber ungemein fesselnd, hervorragend gespielt und ausdrucksstark choreografiert ist Dr. Kathrin Mädlers Suche nach dem ‚Abgrund in uns allen‘. Prädikat: unbedingt sehenswert!“

Die Lokale, 19. März 2018

„Regisseurin Mädler hat (zusammen mit dem für Bühne und Kostüme verantwortlichen Ulrich Leitner) für das 100-minütige Dokumentarstück eine (…) lebendige Form gefunden. (…) Das Dokumentarische geht fließend ins Gespielte über – und umgekehrt. Beklemmend und bildstark setzen die sechs Schauspieler des Landestheaters dies in ständig wechselnden Rollen in Szene. (…) So gerät ‚Nebel im August‘ zu einer Geschichtsstunde ohne Mief, zu einer Ethiklektion ohne Moralinsäure.“

Augsburger Allgemeine, 18. März 2018

„Die Darsteller machen das ganz großartig, wie sie entweder verdruckst oder kühl sachlich Unglaubliches zugeben, dann auch wieder sichtbar von schlechtem Gewissen übermannt sind, selten einmal in Wut geraten, noch seltener in Trauer, aber stets glaubwürdig kainsmalgezeichnet sind. (…) Domes, Düffel, Mädler zeigen an Ernsts Beispiel anrührend und eindringlich, wie Menschen der Welt weggenommen wurden, weil sie anders waren. (…) Wie Dokumentartheater lebendig wird: Hier kann man’s sehen.“

nachtkritik.de, 16. März 2018

 

 

Nachlese Mitgliederversammlung am 26.09.2017 in der Dampfsäg' in Sontheim

Neuwahlen: Wiedergewählt wurden die Vorstandsmitglieder H. Diefenthaler, Dr. A. Küthmann, R. Schaller, C. Schimon,

                   neugewählt wurde Frau E. Zillenbiller als Schriftführerin - herzlich willkommen!

                   Ausgeschieden ist Herr Th. Roth als Schriftführer - herzlichen Dank für die langjährige Tätigkeit!


 

Info-Stand am 15. Juli 2017

Auch dieses Jahr informierten wir wieder über die Tätigkeit unseres Vereins.

Foto vom Info-Stand 2016

 

"Depression" ein vielschichtiges Thema

Info-Veranstaltung am Vöhlin-Gymnasium mit Thomas Roth

Den Artikel in der Memminger Zeitung vom 29./30.04.2017 finden Sie hier

 

Bericht zur Lesung mit Sebastian Schlösser am 24.04.2017

in der Stadtbibliothek im Antonierhaus in Memmingen

»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise« Ein Vater schreibt über seine Erfahrungen

während einer psychischen Erkrankung Briefe an seinen kleinen Sohn.

Den Artikel in der Memminger Zeitung vom 27.04.2017 finden Sie hier

 

Buchtipp: "Wer ist ich" von Thomas Melle

Die Buchbesprechung in der AZ vom 20.09.2016 finden Sie hier

 

Kennen Sie „Die bipolare Depression dritten Grades nach Postel“? enlightened

Dazu finden Sie hier den Artikel in der taz vom August 2016.

 

Sendung auf 3 Sat vom 10.03.2016 um 21.00 Uhr: "scobel - Therapienotstand: Was hilft der kranken Seele?"

Aktuelle Informationen zu Wartezeiten und neuen Therapieformen bei psychischen Erkrankungen

finden Sie hier

 

NS-Dokumentationszentrum München

"erfasst, verfolgt, vernichtet" vom 05.04.2016 - 26.06.2016

Kranke und behinderte Menschen galten in der NS-Zeit als "Belastung" für die deutsche "Volksgemeinschaft" und wurden allein aus diesem Grund verfolgt. Dem sogenannten "Euthanasie"-Programm, der Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen fielen mehr als 200.000 Menschen zum Opfer. Mit der Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet" befasst sich das NS-Dokumentationszentrum mit der Frage nach dem Wert des Lebens und dokumentiert die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord. Wie auch in der Dauerausstellung werden Einzelschicksale und Biographien von Opfern und Tätern gezeigt, ebenso auch die Auseinandersetzung mit diesem Teil der NS-Geschichte nach 1945.

Details unter: http://museen-in-muenchen.de/home/museen-a-z/museen/ns-dokumentationszentrum/


Nachlese: Ausstellung im Stadtmuseum Kaufbeuren

"In Memoriam. 'Euthanasie' im Nationalsozialismus" vom 23. Oktober 2015 bis Ende Januar 2016

Der frühere, langjährige Leiter des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, Herr Professor Dr. Michael von Cranach, war Kurator der Ausstellung.

Details finden Sie unter http://stadtmuseum-kaufbeuren.de/de/aktuelles/archiv-sonderausstellungen/2015-in-memoriam